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Schottland mit Kindern in Hostels
An dieser Stelle möchten wir kurz unsere Erfahrungen unserer Reise nach Schottland mit Kindern im Juni 2007 mitteilen.
Gebucht hatten wir einen Flug mit Lufthansa nach Newscastle und zurück, mittlerweile fliegt aber z.B. Easyjet auch von Dortmund aus nach Edinburgh. Den sehr guten Mietwagen von Holidayautos /Alamo bekamen wir direkt am Flughafen. Man merkt schon, die Kosten läppern sich - und Schottland selber sollte ja auch nicht billig sein, weshalb wir für unsere Rundreise Familienzimmer in den SYHA Hostels vorgebucht hatten (ca. 9 Monate vor Reiseantritt). Vorteil ist, dass man in allen Hostels Kochgelegenheiten hat und nicht in den teuren Restaurants essen muss. Dazu ist zu sagen, dass die meisten Family Rooms sehr klein sind und häufig auch kein eigenes Bad besitzen - und dafür eigentlich auch schon wieder zu teuer sind. Verpflegung bekommt man zu deutschen Preisen in großen Supermärkten. Besonders gut die Kette Morrisons. Die verkaufen sogar aktuelle CD´s für 7 GBP. Die Stationen unserer Reise waren die Folgenden:
Ankunft Newcastle
2 Nächte Edinburgh (im wunderschönen Brodies Guesthouse, sehr zu empfehlen und preislich noch Mittelfeld im sehr teuren Edinburgh.)
3 Nächte den einzigen Family Room (ensuite) im Glen Nevis Hostel. Achtung, sehr nette Lage und angenehme Atmosphäre - besonders wenn man den Ben Nevis bewandern möchte, allerdings nicht sehr ruhig, da die Wanderer und Wanderergruppen häufig wechseln und um 5 Uhr schon mit dem Aufstieg beginnen. Liegt in der Nähe von Fort Williams, Abwechslung bietet der Billiard Tisch im Haus.
3 Nächte Uig auf der Isle of Skye. Liegt wunderschön, angenehme Atmosphäre. Ist recht klein und gemütlich, family room nicht ensuite. Man blickt vom Essraum aus auf die Bucht (siehe Foto 10). Kleiner Nachteil: Man muss die Herberge zwischen 10.30 und 17 Uhr verlassen. Besonders empfehlen möchte ich Wanderung zum Coral beach und Wanderung zu den Quiraings.
1 Nacht Achmelvich beach. Der Hammer. Die Fahrt dahin ein Traum, dort kann man viel länger als eine Nacht bleiben. Eine alte umgebaute Dorfschule 100 m vom wunderschönen Strand (Foto1 & 2) entfernt. Family Room sehr klein und nicht ensuite, aber direkt neben Bad. Sehr , sehr nette Gastgeber - tolle Location, allerdings auch zwischen 10.30 und 17 Uhr geschlossen. Man kann dort sicher auch sein Zelt aufbauen, da es neben den kleinem Family room nur zwei große Schlafsääle gibt.
2 Nächte Carbisdale Castle. Eine schöne Location, 3 family rooms (nicht ensuite) aber groß und ruhig. Essen kann man dort auch im günstigen Restaurant (Kinder zahlen die Hälfte), Schlossgespenst inklusive. Die Umgebung fanden wir nicht so prickelnd. Insgesamt kann man sagen, dass der schottische Westen mit Isle of Skye und Küste und den Highlands viel schöner als der Osten ist. Das sollte man auf jeden Fall bei der Reiseplanung berücksichtigen und tatsächlich entgegen dem Uhrzeigersinn reisen.
1 Nacht Inverness. Hoppla, family room reserviert aber nur private room bekommen. Manager so lala, die anderen Angestellten sehr nett. Inverness sollte man zum Bummeln besuchen (nette Altstadt) und nach 3 Stunden die Fliege machen. Loch Ness hat uns sehr an die Versetalsperre erinnert, Fort Augustus ist auch noch ganz hübsch.
1 Nacht Pitlochry. Sehr hübsches, gemütliches Städtchen. Das Hostel schließt auch zwischen 10.30 und 17 Uhr, dafür Zimmer geräumig, leise und ensuite. Tolle Küche mit sehr gemütlichem Essraum. Im Ort kann man gemütlich spazieren gehen, die kleinste Destillery Schottlands besuchen oder eine Runde Anfänger Golf auf dem Putting green mit 18 Löchern direkt am Ort spielen (Kinder zahlen 60 Cent, Erwachsene 1,60 GBP). Fanden wir so nett, dass wir am nächsten Morgen gleich noch eine Runde ausgespielt haben.
1 Nacht Melrose. Schöne Herberge, tolle Lage direkt an der Abbey, gut ausgestattete Küche mit tollem Esssaal. Zimmer sind leider auch nicht ensuite und sehr klein!
Fazit: Schottland mit Kindern ist vielleicht nur etwas für Familien, deren Kinder 1. lange Autofahrten ohne Gewimmer absolvieren (Nintendo DS sei Dank!), deren Kinder 2. auch schon mal eine Wanderung wegstecken können und deren Kinder 3. nicht jeden Abend Fernsehen müssen (oder sie nehmen, wie wir auch, einen transportablen DVD Player mit (hehe). Generell aber ein wunderschönes Reiseland, herrliche Ruhe, einsame Landschaften, sogar ein Sonnenbrand ist möglich - und mit den berüchtigten midges hatten wir überhaupt keine Probleme. Die haben wir genauso wenig gesehen wie die Nessie.
Die Kosten:
Das ist insgesamt nicht wenig, aber allemal besser als das schwer verdiente Geld für schnarchigen Badeurlaub in der Türkei auszugeben. Kann also nur zu einer Reise dorthin raten. Wetter war erstaunlich gut, ab und zu mal ein kleiner Schauer am Morgen oder Abend - aber die meiste Zeit trocken und blauer Himmel mit weißen Schäfchenwolken.
Was braucht man in Schottland? Man sollte eigenen Schwamm und Trockentücher mit in die Hostels bringen, Ausstattung ist generell optimal, sogar Backöfen und Mikrowellen sind überall vorhanden. Bettwäsche bekommt man gestellt. Dünne Jacke und Sweatshirt reichen im Juni völlig aus, nur auf dem Gipfel des Ben Nevis war es ein wenig kühl. Wenn die Klamotten mal nass werden kann man sie in den Hostels in den Trockenräumen abstellen. Der Trockenraum in Glen Nevis hat unsere patschnassen Schuhe (wir mussten durch einen Fluss wandern) in einer Nacht trocken bekommen. Waschmaschinen und Trockner sind auch überall vorhanden. Nur Thermoskanne und Pulverkaffee haben wir von hier mitgebracht.
Wer dringend notwenige Infos zu Schottland braucht, sollte sich im Forum von schottland.de anmelden. Dort wird einem garantiert geholfen.
An dieser Stelle noch ein kleines Video von Achmelvich beach und näherer Umgebung!
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